My Studies

April 3, 2015


Ihr Lieben, es tut mir leid, dass ihr in letzter Zeit nicht so regelmäßig von mir hört. Ich sitze wieder häufiger in der Bibliothek und lerne noch für zwei Klausuren, bevor das Semester wieder anfängt. Da mich bereits einige hier auf dem Blog gefragt haben was ich studiere, dachte ich mir, dass ich ein Blogpost dazu verfasse. Da ich schon etwas weiter in meinem Studium bin, glaube ich auch, dass ich diesen Studiengang relativ gut einschätzen kann. Zudem möchte ich euch auch von einer Sache bezüglich meines Studiums erzählen, welche mich nun seit einiger Zeit belastet, woraus ich aber durchaus meine Lehren ziehen konnte...

Ich studiere Soziologie und das kommende Semester wird mein 6. sein. Ich bin ziemlich zufrieden mit meinem Studium, dies war jedoch nicht immer so gewesen. Am Anfang des Studiums war ich relativ skeptisch gewesen. Ich wusste bereits damals, dass Fächer wie BWL, Lehramt oder Naturwissenschaften nichts für mich sind, sie passen einfach nicht zu mir. Ein Semester Strafrecht im Nebenfach überzeugte mich auch davon, dass aus mir keine Juristin wird. So blieb mir mein Hauptfach Soziologie, eine Gesellschaftswissenschaft... 

Ja, die Gesellschaftswissenschaftler, die alle als Taxifahrer enden. Solche Klischees haben mich am Anfang des Studiums ziemlich abgeschreckt. Ich war mir oft unsicher ob mir die Lehren von Marx, Simmel oder Adorno, die Geschlechterforschung oder migration studies viel im Leben weiterhelfen werden. Nach und nach habe ich erst die Vielfalt dieses Studiums kennen und lieben gelernt. Das breit gefächerte Themenspektrum bat uns Studenten uns individuell und eigenständig einen Schwerpunkt zu setzen. Nach und nach kristallisiert sich dann raus, worauf man sich wirklich spezialisieren möchte. Zugegeben, das Fach baut auf vielen, vielen Theorien auf, man lernt theoretisch und nach wissenschaftlichen Standards zu arbeiten, deswegen muss man das mit viel Praktika ausgleichen.

Das Fach fordert eine gewisse Flexibilität. Es ist nicht, wie z.B. in Jura, ein "Stundenplan" vorgeschrieben, man muss sich selbst um einen roten Faden in seinem Studium kümmern. Aber diese Flexibilität bringt natürlich auch viele Vorteile mit sich, welche im späteren Berufsleben noch sehr nützlich sein können. Gesellschaftswissenschaftler können aufgrund ihres breit gefächerten Wissens und genau eben wegen der daraus resultierenden Anpassungsfähigkeit und Flexibilität in vielen Bereichen tätig sein. Von wegen Taxifahrer
Natürlich habe ich genau durch diese Vielfältigkeit des Faches viele verschiedene Menschen kennen gelernt. Ein kleines Netzwerk während des Studiums aufzubauen ist sehr hilfreich und empfehlenswert, macht es eben doch am meisten Spaß die freien Stunden mit der Uni-Clique im Sommersemester auf dem Campus zu verbringen.  




Ich möchte mein Fach Soziologie nun nicht in den Himmel loben, jedes Fach hat seine gewissen Vor- und Nachteile, aber ich glaube, ihr merkt wie sehr mir mein Studium gefällt. Zugegeben, in letzter Zeit hat es mir oft den letzten Nerv geraubt. Ich kann es nicht glauben, aber ich komme ins 6. Semester, die Zeit ist gerast, es dauert nicht mehr lange und die Bachelorarbeit steht bevor. Die Flexibilität, von der ich eben noch gesprochen habe, ist mir in den letzten paar Monaten vergangen. Ich wollte unbedingt die BA-Arbeit noch dieses Jahr schreiben, begab mich gestresst und unter Druck auf die Suche nach einem Dozent, der meine BA-Arbeit betreuen könnte... Kurz gesagt, ich stand unter Hochspannung, wann immer ich an die Uni dachte.

Vor kurzem erst ist mir ein kleines Licht aufgegangen. Ich fragte mich, woher dieser Druck kam. Woher dieser Druck kam, meine BA-Arbeit unbedingt dieses Jahr schreiben zu müssen. Es gab keinen der mich hetzte, es gibt keine Vorschrift das Studium nach einer gewissen Zeit beenden zu müssen (nur eine "durchschnittliche Regelstudienzeit"), niemand forderte etwas von mir. Ich liebe mein Studium und meine Uni, mir soll es Spaß machen und wenn ich daran zurückdenke, soll es keine qualvolle Zeit gewesen sein, sondern eine Lehre fürs Leben, die ich mir gerne aufheben möchte. Genau in diesen Moment machte es klick in meinem Kopf und ich merkte wirklich, wie ich mich seit Monaten wieder entspannte. 


Ich muss niemanden etwas beweisen. Nur mir selbst. 
Ich nehme mir für meinen Weg so viel Zeit wie ich brauche, Hauptsache ich komme irgendwann an.


Das war nun meine kleine Geschichte, aus der ich meine Lehre gezogen habe. Manchmal vergisst man eben sein eigenes Leben auch wirklich zu leben und nicht irgendwelchen, sich selbst untreuen, 'Vorschriften' nachzurennen.

Ich wünsche euch noch schöne Feiertage 


14 comments

  1. Wow, was für ein schöner Post! Und auch die Bilder sin wunderschön!
    Ich wünsche dir viel Erfolg bei deiner Bachelor-Arbeit!
    Ganz liebe Grüße,
    Lea

    http://lovely-lea-world.blogspot.de

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  2. ich hatte soziologie ja als unterfach, besonders gut hat mir familiensoziologie gefallen
    logischerweise habe ich jetzt auch den schwerpunkt familienhilfe :D
    musste mich beim studium auch erst orientieren.
    und bei uns schreibt fast niemand seine BA pünktlich ;)

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  3. Ich finde deine Worte sind echt Gold wert. Speziell in der heutigen Zeit, wo alle fast nur noch nach Normen leben und am besten alles schnell und sofort beenden, ist es eigentlich viel wichtiger auf sich selbst zu hören und sein eigenes Ding zu machen. Keiner verpflichtet uns eigentlich zu etwas, doch Idealien nach denen wir heutzutage leben, setzten uns unter Druck und verursachen unnötig Stress.
    Echt toller Post!

    Liebe Grüße,
    Tamara
    http://tamaraami.blogspot.co.at

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  4. Toller Post! Sehr interessant und die Bilder sind auch wunderschön! *-*

    GLG
    Miss Lilli <3

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  5. Wunderschöne Bilder und ein toller Post!:)
    Liebe Grüße lauravhh.blogspot.de

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  6. Schön, dass du für dich zu dieser Erkenntnis gekommen bist!
    Eine Freundin von mir (die Medizin studiert, also nicht das klassische "Brotlos-Studium"), meinte neulich, ein Studium ist immer, was man daraus macht.
    Ich sehe das genauso und ich bin überzeugt davon, dass das einizige, das wirklich zählt ist, dass man sich seiner Sache insofern sicher ist, als dass man sie gerne tut.
    Es gibt doch nichts inspirierenderes als jemanden, der für seine Sache brennt! Da ist dann oft auch schon egal, für was genau ;).

    Ich wünsche dir alles Gute für die Bachelorarbeit und bin sicher, dass du mit der Einstellung einen tollen (Berufs-)Weg für dich finden wirst!

    LG Vera

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  7. Liebe Alice,
    ich bin so froh dass du diesen Post verfasst hast. Bin nämlich gerade zurück von meiner Reise und für mich ist jetzt wichtig DEN richtigen Studiengang zu finden und mich zu bewerben. Ich habe aber selbst nach der Reise immer noch keine Idee oder eine Genaue Vorstellung davon, was ich später machen möchte. Ich setze mich teilweise unter Druck und zweifle so sehr an mir, dass kein Studiengang gut genug oder sicher genug ist. "Ich muss niemanden etwas beweisen. Nur mir selbst.
    Ich nehme mir für meinen Weg so viel Zeit wie ich brauche, Hauptsache ich komme irgendwann an." DIe Worte haben mir irgendwie wieder ein bisschen Hoffnung gemacht und mir ein bisschen den Stress und Druck von mir genommen. Danke :)

    Liebe Grüße, Trang <3

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  8. Ein schöner Post, ich lese immer gerne was andere studieren! :)
    Ich komme jetzt auch ins 6. Semester, die Zeit ging so schnell vorbei! ^^

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  9. Den Text hast du schön geschrieben. Hast du denn schon eine Idee, was du später beruflich machen möchtest? :-)

    Liebe Grüße

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  10. Oh du sprichst mir aus der Seele!
    Endlich einmal eine Blogerin die nicht Jus, BWL oder ähnliches studiert :)
    Ich schließe gerade Kultur- und Sozialanthropologie im 7ten Semester ab und warte auf die Benotung meiner zweiten BA-Arbeit - wenn du mal daran sitzt dann schreibt sich die Arbeit quasi von selbst. Dann kommt auch die Motivation. Du packst das bestimmt!
    Das mit den Jobaussichten ist leider wahr, ich spüre das gerade enorm. Am Arbeitsmarkt tue ich mir (zumindest in Österreich) mit meinem Studienabschluss richtig schwer einen studiumsspezifischen Job zu finden :(
    Aber wir Geisteswissenschaftlerinnen dürfen uns nicht unterkriegen lassen, auch wir finden sicher einen Job :)
    Bitte mach mit deinem Blog so weiter, ich lese ihn wirkliche sehr, sehr gerne!
    Liebe Grüße
    Daniela

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    1. Oh vielen, vielen Dank für dein überaus liebes Kommentar Daniela :-)
      Ich habe ebenfalls eine Freundin, die das gleiche wie du studiert! Sie hat auch viel Spaß dabei, da hat sie ja alles richtig gemacht ;-)
      Vielen Dank für deine Motivation, ich glaube auch, sobald ich mich hingesetzt und mich endlich mal überwunden, dass der Arbeitsfluss beständig kommt und bleibt :-)
      Ich wünsche dir noch viel Erfolg für dein BA-Arbeit und auch auf dem Arbeitsmarkt! Daumen hoch!

      Vielen Dank dir nochmal & viele liebe Grüße
      Alice ♥

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  11. Sehr schöne Fotos :) Gefällt mir :)

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  12. Ich kenne das so gut, mit diesem Taxifahrer-Vorurteil.
    Ich studiere Multimeda und Kommunikation im zweiten Semester und jeder fragt erst einmak "was ist das genau?" und "Was machst du damit, wenn du fertig bist?". Außerdem habe ich die Erfahrung gemacht, dass ein kreatives Studium lange nicht als so zeitaufwändig empfunden wird, wie beispielsweise BWL oder so. Aber Kreativität schüttelt man sich ja auch nicht aus dem Ärmel.

    Ich fand es auf jeden Fall sehr interessant, von deinen Erfahrungen zu lesen, danke fürs teilen :)
    Liebe Grüße und einen guten Start in die Woche,
    Julia

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  13. Soziologie ist eigentlich keine Geisteswissenschaft ;) Sondern eine Sozialwissenschaft.

    Aber die Taxifahrer-Vorurteile hören wohl beide. Ich selbst studiere Politikwissenschaft, auch im 6. Semester, und darf mir das auch immer anhören. Achja, ein Semester länger zu studieren, ist echt keine Schande, ich kenne in meinem Umkreis vielleicht zwei Personen, die ihr Studium in Regelzeit schaffen, alle anderen brauchen mindestens sieben ;) Mach das, was dir gut tut!

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